Therapeutisches Reiten-Hippotherapie
 
 
 
 
 
 

  Begriff zum Thema in Leichter Sprachew

Hippotherapie


Die Hippotherapie 

        
 
Technische Disziplinen

Hippotherapie ist Krankengymnastik auf dem Pferd. Sie wird vom Arzt verordnet und von Krankengymnasten mit Zusatzausbildung für Hippotherapie durchgeführt. Geeignete Pferde werden dabei im Schritt von geschulten Helfern geführt.

Als Anwendungsgebiete der Hippotherapie werden genannt:

-  orthopädische Erkrankungen z.B. der Wirbelsäule
-  geistige, körperliche und Mehrfachbehinderungen
-  psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen,
   Persönlichkeitsstörungen
-  neurologische Erkrankungen wie cerebrale Bewegungsstörungen
   und Lähmungen. 

Über die Kontaktflächen Pferderücken - Gesäß - Reitsitz, werden Vor-zurück, Hoch-tief, Seit-zu-Seit und Drehbewegungen übertragen sowie alternierend links-rechts Geschicklichkeit, Feinabstimmung und Symmetrie von Bewegungen in gangtypischer Vorwärtsbewegung geschult. Gleichlaufend werden die Funktionen von Wirbelsäule und Knochengelenken geübt, die Muskelkraft trainiert und der Gang geschult.Atmung, Herz und Sinne werden positiv beeinflußt - Hilfe für den ganzen Menschen!

Behandelt werden Patienten mit Bewegungsstörungen die durch Erkrankung oder Unfall hervorgerufen wurden - z.B. durch Multiple Sklerose, Schädel-Hirnverletzungen, Querschnittlähmung, Schlaganfall usw. und Kinder mit frühkindlichen Entwicklungsstörungen.
 
 
 
Heilpädagogisches Voltigieren

Dieser Teilbereich des Therapeutischen Reitens, das „Turnen auf dem Pferd“, hat - wie der Name schon ausdrückt - einen pädagogisch / psychologischen Ansatz. Psychologen oder Pädagogen, die eine entsprechende Zusatz-qualifikation erworben haben, führen das heilpädagogische Reiten/Voltigieren durch.

Im Gegensatz zum „herkömmlichen“ Voltigieren im Nichtbehindertenbereich steht die individuelle Förderung von Kindern unter einen ganz-heitlichen Aspekt (körperlich, geistig, psychisch, sozial) und nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund. Die Teilnehmer lernen Ängste zu überwinden, bauen Selbstvertrauen auf und erlernen kooperatives Verhalten.

Hauptindikationen sind Verhaltensauffälligkeiten, Lern- oder Geistige Behinderungen sowie psychische Erkrankungen. Zusätzlich zu den therapeutischen Zielen  werden Grund-kenntnisse im Reiten und/oder Voltigieren vermittelt, die möglicherweise den Einstieg in eine Lifetime-Sportart bedeuten.

  
Das Heilpädagogische Voltigieren ist besonders geeignet für Kinder und
Jugendliche mit:

- Entwicklungsverzögerungen
- Aufmerksamkeits- und Lernproblemen
- Verhaltensauffälligkeiten
- emotionalen Störungen
- Sinnes- und Sprachbehinderungen
- geistigen Behinderungen
- Autismus
- Lernbehinderung
- Geistiger Behinderung
- Verhaltensauffälligkeiten
- Störungen in der emotionalen Entwicklung
- Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen
- Sprachbehinderung
- Autistische Verhaltensweisen
- Psychische Störungen und
-  bei Psychosomatischen Erkrankungen


Konkrete Förderziele sind:

Im sensomotorischen Bereich:
- Lockerung und Entkrampfung
- Gleichgewichtsbeherrschung 
- Körperbewußtsein
- Raumlageorientierung 
- Gesamtkörperkoordination
- Wahrnehmung (visuell, auditiv, taktil, olfaktorisch)


Im sozial-emotionalen Bereich:
- Aufbau von Vertrauen 
- Erhöhung der Frustrationstoleranz 
- Aufbau von Selbstwertgefühl 
- Eingestehen und Überwinden von Ängsten 
- Kontaktaufnahme und Einstellen auf den Partner 
- Aufbau von Verantwortungsbewußtsein 
- Abbau von Aggressionen 
- Erlernen einer angemessenen Selbsteinschätzung


Im kognitiven Bereich:
- Sprachverständnis, Sprechbereitschaft
- Begriffsbildung 
- Entwicklung von Lern- und Leistungsbereitschaft 
- Aufbau und Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und 
  des Durchhaltevermögens 
- Förderung der Übertragungsfähigkeit

  
Foto:
Frank Spahl

Josef Drautzburg

 
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